Ende Oktober breitet sich die Vogelgrippe aus, die in den Mastbetrieben bei den Kranichen entstanden ist. Diese majestätischen Vögel, auch „Vögel der Herzen“ genannt oder wie ich immer sage, „die Trompeten der Lüfte“, befanden sich auf dem Weg nach Süden und steckten sich auf den Feldern der Mastbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg an. Herzzerreißende Bilder von den armen Tieren, die sich nicht mehr in die Lüfte erheben konnten und im Stehen starben, oder die, wenn sie es schafften, einfach im Flug vom Himmel fielen. Ein grausames, von Menschen gemachtes Szenario. In mühevoller Handarbeit – auch von vielen Freiwilligen – wurden Tausende Kraniche eingesammelt, um sie verbrennen zu können. Etliche Mastbetriebe mussten ihre Enten schlachten – ebenfalls Tausende.
Die größte Sorge des Menschen danach war … „Bekomme ich meine Weihnachtsgans trotzdem oder wird sie teurer?“ Der menschlichen Spezies anzugehören, ist in vielen Fällen wie diesem einfach nur zutiefst beschämend.
Nach anfangs wechselhaftem Novemberwetter, das jedoch auch durchaus schöne Tage beinhaltete, zog eine Kaltfront heran, die ihren Namen alle Ehre machte. Es wird echt kalt, tagsüber nur 0–3 Grad, und nachts geht es Richtung -10. Die Katze liebt ihren Kamin, der nun nonstop beheizt wird.


Ende Oktober und Anfang November brachte nochmals einen Schwung feinster Bio-Äpfel aus den Gärten rundherum (wir haben leider keinen Apfelbaum). Es ist mir unverständlich, warum es hier Leute gibt, die sich diese verstrahlten Äpfel aus Spanien oder sonst woher kaufen, wenn sie hier überall unbehandelt wachsen. Der Mensch scheint so desorientiert, dass er zu blöd ist, an einen Baum zu gehen und die Äpfel abzupflücken. An jedem Feldweg, der zu einem Wald führt, stehen Obstbäume – ob nun Apfel, Pflaume oder was auch immer… Ich werde es wohl nie verstehen…
Wir haben ja bereits vor Jahren eine Osmose-Reverse-Anlage für unser Trinkwasser eingebaut, da wir dem Wasser hier nicht trauten. Jetzt wurde bei Wasseruntersuchungen auch in Brandenburg Ewigkeitschemikalien (PFAS) in erhöhter Dosis gefunden, was uns in unserer Entscheidung mehr als bestätigt. Seit diesem Herbst nun auch mit einer Remineralisierungskartusche.
Wir sind ja nun seit Saisonende fast allein in dieser Wochenendsiedlergemeinschaft, und die Vögel – Rotkehlchen, Meisen, Spatzen, Elstern, Raben – sind unsere Freunde, die hier bei uns bleiben. Natürlich haben wir überall Futtersäulen aufgehängt, damit es ihnen gut geht.


Sieht man sich die Nachbargärten an, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Da auch hier der Versandhandel aus China angekommen ist, sind die Gärten voll beleuchtet mit irgendwelchem Plastik-Mist, obwohl niemand da ist. Einfach nur, um die Tiere kirre zu machen? Früher – und das kann man in diesem Blog durchaus nachlesen – gab es noch Igel. Denen ist es aber mittlerweile zu hell, um in den Winterschlaf zu kommen. Wie sagte Einstein mal? „Das Universum und die Dummheit des Menschen sind unendlich.“ Er hatte wohl immer recht.
Die fliegenden Gänse oder Enten machen sich auch langsam mit lautem Abschiedsgeschrei auf den Weg in den Süden… Ich wünsche ihnen von ganzem Herzen eine bessere Reise als den Kranichen.

Am 21.11. entschloss ich mich kurzerhand, zu einer Lesung eines Freundes aus den 1980er-Jahren zu fahren. Geralf Pochop, mit dem ich Anfang der 80er-Jahre Punk in der DDR war, stellte sein zweites Buch „Tanz auf dem Vulkan“ vor. Ich muss sagen, es war ein bisschen wie ein Klassentreffen. Nach über 40 Jahren traf ich nicht nur Geralf persönlich, sondern auch Sheela, Jana, Speiche und Torsten wieder. Es war schon gut! Zumal Geralfs erstes Buch der Stein des Anstoßes war, sich rückblickend mit meiner Vergangenheit zu beschäftigen, was wohl in einem Buch enden wird.
Schmatze und dem Schmaterich geht es super… auch wenn ihnen das lange Drinnen-sein manchmal langweilig ist. Aber wer will bei den Temperaturen schon draußen pennen? (Schmatze schläft sowieso nie.)


