Kommt der Sommer in Brandenburg?

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Meiner Wahrnehmung zufolge ist die zurückliegende Zeit der längste Winter, den ich je erlebt habe. Der Kamin läuft nachts immer noch. Blicke ich zurück in meinen Fotos, zeigt mir ein Foto von Anfang Oktober vorigen Jahres, dass da bereits der Kamin brennt. Übersetzt heißt das: seit acht Monaten Kälte und Heizen. Ich habe es so unendlich satt.

Unsere Gewächshäuser wurden erst grob gereinigt und dann in den letzten Tagen bzw. Wochenenden wie diesem von der Frau aufgearbeitet. Endlich konnten wir auch wieder unsere eigene kompostierte Erde verwenden, nachdem der Komposter freigeräumt wurde. 

Unser Gemüse Kindergarten im Gewächshaus
Ausgeklart…
Auch die Erdbeete nehmen dank der Frau wieder Form an.

Das Auspflanzen der Tomaten usw. trauten wir uns bisher nicht. Wir hatten ja 2029 mal den Fehler gemacht, bei sonnigstem Wetter, aber vor den Eisheiligen, unsere Pflanzen rauszusetzen. Der Schaden war immens … jetzt heißt es, es wird besser, aber nachts immer noch bei 3–6 Grad, zu wenig. Wir warten noch ein bisschen ab.

Die Rosen stehen auch in den Startlöchern und werden wohl nächste Woche, wenn das Wetter stimmt, sich aufmachen zur ersten Runde.

Die verschiedenen Vögel, die sich bei uns Nahrung holen, werden immer vielfältiger. Es kamen Buntspechte dazu und selbst der Falke hängt hier an den Meisenknödeln fest. Wird wohl damit zusammenhängen, dass hier niemand außer wir sich um die Vögel kümmert.
Der Rhabarber hat ja eine harte Zeit hinter sich, da er durch Baumaßnahmen relativ abgedeckt war … aber yeahh, er kommt wieder, scheint nicht nachtragend zu sein.
Heute habe ich beschlossen, die Terrassensaison zu eröffnen.

…und da ist er, der Mai in Brandenburg

Der Wechsel von April zu Mai wurde hochsommerlich begangen. Auf einmal 10–14 Stunden Sonne.

Die Schweißbahnen des neulich errichteten Blockhauses beim Nachbarn wollten noch verarbeitet werden – also habe ich das bei 30 Grad in der Sonne mal eben erledigt.

Die Wetter-Übergangszeiten wie Frühling oder Herbst scheinen endgültig nicht mehr vorhanden zu sein.

Wie in ganz Deutschland konnten die Menschen das Wetter feiern. Der zusätzliche Feiertag des 1. Mai verlängerte das wunderbare Wochenende. Die Sonne gab alles, sodass viele eher den Schatten aufsuchten.

Jetzt, in diesem Moment, ist es wieder 15 Grad kälter und es regnet, was sicher nicht nur für den Wald, die Bauern und ihre Felder, sondern auch für jeden Garten ein Segen ist. Man geht davon aus, dass dies nun die vorgezogenen Eisheiligen sind, die normalerweise erst Mitte Mai anstehen.

Mein alter Freund Carlchen kam zu Besuch, und beim Aufräumen des Lagers bemerkte ich, dass er vor ewigen Zeiten mal eine alte, auseinandergebaute Kiste hier stehen ließ – mit der Bitte, diese zu restaurieren. Okay, das wollte ich schon lange mal gemacht haben. Ca. 100 Jahre alt – da musste man das Ding natürlich mit „Sie“ ansprechen

Bemalt
Abgeschliffen
Mit Leinöl Firnis

Aber das Wetter war schön und es lief alles ohne Komplikationen. Zum Schluss noch etwas Holzpflege darauf, und sie konnte sich wieder sehen lassen. Den Zusammenbau überließ ich lieber Carlchen, denn der hatte sie mir ja auch auseinandergebraut.

Die Tulpen erblickten schön nach und nach das Sonnenlicht, sodass wir viel Freude daran hatten.

Die Maiglöckchen sind ja auch niedlich und hier ordentlich am Wachsen.
Die Prärielilie an Alwins Grab ist mittlerweile vollends aufgegangen.

Unser Pflanzen-Kindergarten ist bereits ins Gewächshaus umgezogen und wartet auf bessere Temperaturen, um ausgepflanzt zu werden.

Mein Vorhaben, die Blockhäuser, Außenküche, Terrasse und Außenwerkstatt zu streichen, fällt gerade im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

Schmatze und Schmater
Unser altes Madamchen
Schmaterich immer in niedlich…
Neuer Platz für eine unserer Kräuterstauden