Hat sie nun endlich Pause? Seit zwei Tagen gibt es zumindest tagsüber keine Minusgrade mehr. Es fühlt sich fast schon nach Frühling an – wäre da nicht die nach wie vor vorhandene Glätte auf den Wegen.
Hinter uns liegen, man kann es durchaus so nennen, für hiesige Verhältnisse echte Eiszeit-Wochen. Glättewarnungen, Bus- und Zugausfälle sowie zahlreiche Unfälle aufgrund der Witterung prägten den Alltag. Als Kanadier würde man darüber vermutlich nur müde lächeln, denn Dauerfrost um minus 10 bis 17 Grad ist dort nichts Besonderes. Für Deutschland jedoch war es der kälteste Januar und Anfang Februar seit 16 Jahren.


Neben Glätte und eisigen Temperaturen, zusätzlich befeuert durch einen unangenehmen Ostwind, stellten sich vor jeder Autofahrt neue Herausforderungen. Das gesamte Auto glich einer Eisskulptur: Karosserie und Scheiben waren von bis zu einem Zentimeter dicken Eisschichten überzogen. Nach dem mühsamen Freikratzen der Scheiben folgte direkt das nächste Problem – die Türen waren zugefroren.
Zwar hatte ich die Türgummis zuvor mit Gummipflege behandelt, doch das half zunächst kaum. Meist ließ sich zumindest eine hintere Tür öffnen. Durch diese kroch man dann zum Vordersitz und hoffte, dass die Batterie noch genug Kraft hatte, um den Motor zu starten. Wir hatten Glück.
Das Fahren auf vereisten Straßen war schließlich die nächste Herausforderung. Rückblickend kann man sagen, dass es der mit Abstand schlimmste Monat war, seit wir hier leben. Ein echter Nerv. Und als wäre das nicht genug, ist auch der ursprünglich geplante Holzvorrat für diesen Winter inzwischen aufgebraucht. Zum Glück habe ich in den vergangenen Jahren gut vorgesorgt, sodass wir keine Not leiden müssen. Trotzdem nervt es, Anfang Februar bereits zwölf Raummeter Holz verbraucht zu haben.
Auch die Katzen bekommen langsam einen Lagerkoller. Bei der anhaltenden Glätte blieb selbst der Kater lieber drinnen und beobachtete die Vögel vom Warmen aus im Garten.
Apropos Vögel: Jeden Tag versammeln sich ganze Schwärme an unseren Futterstellen – das Mindeste, was wir für unsere gefiederten Winterbegleiter tun können.




Nun bleibt nur eines: Wir hoffen und warten auf den Frühling.



































































